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Kleine Jungen schauen zu großen Jungen auf. Sie akzeptieren sie ganz selbstverständlich als Große Brüder. Die Großen sind Vorbilder; die Kleinen finden im Allgemeinen alles toll, was die Großen sagen und tun. Dieses altersspezifische Gefälle macht sich das Projekt STILLE JUNGS zunutze.
Die älteren Jungen werden in ihren vorbildtauglichen Verhaltensweisen in der Projektarbeit unterstützt. Wie bei einer Initiation sollen die Großen Brüder in die Denk-und Verhaltensweisen der Gruppenleiter eingeführt werden. Dadurch können sich die erwachsenen Gruppenleiter zurücknehmen. Jugendliche werden zum Lehrer und Erzieher der Jüngeren. Die Älteren lehren, trainieren, sie übernehmen Übungseinheiten und gestalten selbständig mit den Jüngeren Gruppenstunden. Dieser Rollenwechsel ist bei ihnen spürbar. Sie denken nach solchen Erfahrungen eigener Führung anders, suchen Gespräche mit den Gruppenleitern, reflektieren und handeln verantwortlich. Die Jüngeren spiegeln den Älteren, wie sie sich selbst vor gar nicht langer Zeit benahmen. So erfahren sie, wie schwierig es sein kann, sich bei anderen gewaltfrei Gehör zu verschaffen. Das fördert die Akzeptanz, die Selbstakzeptanz wie die Fremdakzeptanz. Sind diese Jungen dann in der Klasse wieder in der Schülerrolle, erhöht das indirekt das Verständnis für Lehrer und Eltern. Rollenbedingte Distanz wird abgebaut. Gegenseitiges Verständnis wird gestärkt.
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"Große Brüder mit Kleinen Brüdern"
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Die jüngeren Schüler sehen parallel dazu in den Großen Brüdern Vorbild und Herausforderung. Sie wagen sich. Sie nehmen es mit den Älteren auf, raufen, balgen und testen ihre Grenzen. Durch den körperlichen Kontakt entstehen Nähe und Vertrauen. Das stärkt die Jüngeren und baut Ängste ab. Das ist besonders wichtig für Jungen, die ohne älteren Bruder oder gar ohne Vater aufwachsen. Was sie bei Eltern und Lehrern vielleicht bis dahin ablehnten, können sie nun eher annehmen, weil die Großen Brüder es ihnen vorleben und in den Kommunikationsrunden zum Ausdruck bringen. Das fördert auch hier die Empathie untereinander und für Lehrer und Eltern.
Im Projekt wurde dieses Modell des Große Brüder auch erfolgreich in der Vernetzung zweier Schultypen erprobt, nämlich zwischen einer Grundschule und einer Realschule. |
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"Große Brüder mit KLeinen Brüdern"
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