Jugend-Welt e.V. JUWEL
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Grundlage und Zweck des Vereins

Grundlage und Zweck des Vereins Jugend-Welt e.V. (JUWEL)

Jeden Tag erfahren auch die Jugendlichen, dass wir Menschen ganz offensichtlich der Wolf des Menschen sind: Ein negatives Menschenbild wird gezeichnet. Wir seien egoistisch, streitsüchtig, misstrauisch, abweisend, feindselig, ja, für nichts seien wir bereit, unseren Nächsten umzubringen. Im Einzelfall stimmt diese Charakterisierung, doch das „Wir“ ist falsch. Wir Menschen als Gattung sind nicht so, und die, die so negativ handeln, müssten es in aller Regel auch nicht sein. Denn tief in uns schlummert eine andere Wirklichkeit unseres Menschseins, eine positivere. In der Anthropologie, in der Lehre vom Menschen, können wir lernen, dass wir Menschen von Haus aus weder „böse“ noch „gut“ sind. Wir haben nur die Anlage zu beidem in uns. Und wenn die negative Seite überwiegend öffentlich wird, dann kommt es zu einer verhängnisvollen Verstärkung dieser Tendenzen. Dagegen muss, um einer gelingenden Zukunft willen, angearbeitet werden. Jugend-Welt e.V. hat sich dieser Aufgabe verpflichtet.

Es gilt also dieses:

Die Erfahrung dieser positiven Wirklichkeit wird möglich, wenn wir uns zum einen bewusst machen, woher wir alle kommen, was unsere tragende Existenz ist und wer wir in Wirklichkeit sind: Wir stammen alle aus der Einheit des Lebens, und wir sind alle Erdenbürger. Die Erde ist unser aller Lebensgrundlage und existiert letztlich durch Kooperation, und nicht durch den Krieg aller gegen alle.

Es ist an der Zeit, dass wir Erwachsenen zusammen mit den Kindern und Jugendlichen die Einheit und Gleichheit entdecken, auf der das Universum aufgebaut ist. Das Universum folgt einem inneren holistischen Gesetz. Es gibt diese Dynamik des Ganzen auch im Menschen. Darin steht jeder Teil in einem untrennbaren Netz von Beziehungen und jeder einzelne Mensch bedeutet eine Masche darin. Allein davon zu wissen, öffnet Wege aus der Ich-Eingrenzung und Isolation. So geht es darum, den jungen Menschen diese immer gegenwärtige Einheit und Ganzheit erkennen, erfahren und fühlen zu lassen, auf der Ebene der Gleichwertigkeit mit ihnen.

Die Unterschiede in Geschlecht, Gestalt, Talenten, Kultur, Hautfarbe, Gesundheit, Wohlstand etc., trennen uns nicht von dieser Einheit, sondern bedeuten Vielfalt in dieser Einheit, ohne die wir nicht existierten. Somit ist es unsere Aufgabe, das nicht nur zu erkennen und diese Wahrheit als wahr zu akzeptieren, sondern - und das ist besonders wichtig - auch zu lernen, uns als gleich mit anderen zu „fühlen“, was erst den krankmachenden, dualistischen Unterschied von „überheblich bis minderwertig“ aufhebt.

Konkreter heißt das folgendes:

Jugend-Welt e.V. geht von dem anthropologischen Tatbestand aus, dass Frieden, Verbundenheit, Kooperation in jedem Menschen als mögliche Selbstverwirklichungspotenziale angelegt sind. Diese inneren Möglichkeiten müssen allerdings durch Erziehung, d.h. durch Aufnahme und Entwicklung unterstützender Beziehungen geweckt und gefördert werden.
„Gelingende Beziehungen“ zu sich selbst und anderen von vornherein herzustellen, sind nach den Forschungsergebnissen der Neurobiologie das primäre Anliegen des Menschen. Deshalb sind unterstützende Beziehungen und soziale Verbundenheit Voraussetzungen für die Entfaltung des Wachstumspotenzials, somit für alle Lern- und Entwicklungsprozesse des Menschen. Wenn dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird, brechen alle anderen Motivationssysteme zusammen. Zur gelingenden Beziehung zu sich selbst und anderen gehören auch eine Schulung im Umgang mit den eigenen Gefühlen und bewusstmachende Erfahrungen über deren Entstehen und Vergehen, ebenso der Gedanken und der reflexive Umgang mit Projektionen. Darüber hinaus braucht es eine „Körperschulung“, die gerade männliche junge Menschen dazu bringt ihren Körper zu spüren, um in der Auseinandersetzung mit anderen auch mehr Selbstsicherheit und bessere Selbsteinschätzungen zu finden. Durch die Möglichkeit von fairem Kräftemessen, Regeln und Ritualen erfahren männliche jungen Menschen Anerkennung und Stärkung ihrer Identität. Zur Ausgewogenheit dazu und zu allen anderen Lern- und Entwicklungsprozessen braucht es meditative Elemente der Stille und Besinnung, damit der Kontakt zu sich selbst ermöglich wird. Um nicht zu Verlierern/Gewalttätern zu werden braucht es darüber hinaus den authentischen Austausch zu Befindlichkeiten, Werten, Sinn und Chancen im Leben.
Aus solcher Bildungsarbeit resultiert schließlich eine Leben fördernde Haltung sich selbst gegenüber, dem anderen gegenüber und der uns alle tragenden Natur gegenüber. Es kommt zu einem gesunden, d.h. den Frieden insgesamt fördernden Selbst-Bewusstsein. Empathie wird gelebt.

Aufgabe von Jugend-Welt e.V. ist es, alte Wissensbestände der interkulturellen Begegnung, der humanistischen Psychologie und Pädagogik sowie neue Forschungsergebnisse und das sich ständig erweiternde Erfahrungswissen für die Förderung der Entwicklung und umfassenden Bildung junger Menschen in Projekten der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit zu erschließen und einzusetzen. Wenn bereits junge Menschen Zugang zu Erfahrungen der Empathie erhalten, kann immer latent vorhandene Gewalt, kann krankmachende Hoffnungslosigkeit, kann Depression, kurz: kann Leben zerstörender allgemeiner Sinn-Verlust (Existentielles Vakuum) minimiert, ja ganz vermieden werden. Dadurch erhalten schöpferische Friedenspotenziale überhaupt erst die Chance ausgelebt zu werden.

Jugend-Welt e.V. macht sich also zur Aufgabe, junge Menschen in einem neuen Selbstwertbewusstsein Erfahrungen zu ermöglichen, die ihnen den belebenden Kontakt mit sich selbst und ihrer Mitwelt - im Bewusstsein von akzeptierender Offenheit - erlauben. Sie erfahren sich als Teil und Motor von dynamischen Veränderungsprozessen, die dadurch entstehen, dass sie sich selbst auf der Basis von Gleichwertigkeit einzubringen vermögen – so erfahren sie durch die Übernahme von Eigenverantwortung eine Veränderung der Welt und ihrer selbst. Die daraus erwachsenden Erkenntnisse von Lebensgesetzmäßigkeiten und –Prinzipien machen die jungen Menschen fähig, künftige Ziele in der Absicht gelingender friedlicher Kooperation anzugehen, die sowohl dem eigenen Wohl als auch dem Wohle des Ganzen dient.

Jugend-Welt e.V. versteht sich durch den Einsatz gezielter Klein- und Großgruppen-Projekte als organische innere und äußere Friedensarbeit, sowohl für einzelne junge Menschen als auch für Systeme der Gruppe, der Schule, der Familie, in Stadt, Land und Welt.

Jugend-Welt e.V. (JUWEL), für eine selbstbewusste JugendKultur.

Heidrun Mazumdar, 05.02.2008


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